Das Kettensägen-Fahrrad

Wie man aus einem gewöhlichen Fahrrad und einer alten Kettensäge ein Motorrad baut.

Man könnte es fast für ein normales Damenrad halten ...

Das Kettensägenfahrrad; Bild: Polizei Ulm

Ein 73-Jähriger Russlanddeutscher zeigt den schwäbischen Tüftlern wie es geht: Aus Schrottteilen und einem alten Kettensägenmotor baut er einen Antrieb an sein Fahrrad.

"Selbstverständlich ist es nicht erlaubt, ein Fahrrad einfach so zu einem Mofa umzubauen" erklärt Dietmar Moll, der Leiter der Technikgruppe bei der Verkehrspolizei Ulm. Trotzdem zollen er und seine Polizeikollegen dem Konstrukteur des pfiffigen "Velo Solex" großen Respekt.

Um an Steigungen eine Unterstützung für sein 3-Gang-Rad zu haben, hat der ältere Herr einfach den Motor einer ausrangierten Kettensäge in einem Korb auf dem Gepäckträger befestigt. Mittels eines Riemens wird die Kraft des Motors auf eine Doppelscheibe geleitet. Diese Scheibe, aus einer Waschmaschine stammend, kann bei Bedarf nach innen an den Hinterradreifen geklappt werden.

Schon ist der Antrieb mit 2,3 PS fertig. "Einfach genial" meint der Technikexperte Moll. Anzeigen wollten die Beamten den Tüftler aber nicht. In seiner alten Heimat sei es normal, dass man improvisiert und sich selbst zu helfen weiß. Das Fahrrad musste die Polizei aber einziehen. Es wird künftig bei internen Schulungen als Anschauungsobjekt verwendet. Im Gegenzug sorgten die Beamten dafür, dass der mittellose 73-Jährige ein Fahrrad von der Stadt Ulm erhält. Allerdings eines ohne Anbauten. (Frank Schmid)

... aber es ist viel lauter!

Den Motor einfach auf den Gepäckträger geschraubt; Bild: Polizei Ulm

Schwäbisches Heitech!

Die Scheibe wird an den Reifen geklapp; Bild: Polizei Ulm